Praktikumsbericht 20.02-31.07.2017 von Katharina

 

Schon wieder da

 

Schon nachdem ich mein Praktikum im September abgeschlossen hatte war für mich klar: „Ich komme wieder!“.


 Immer wieder war ich zu kurzbesuchen am Wochenende auf dem Sonnenhof, um Inka und den Rest des Teams zu besuchen. Alle sind inzwischen wie eine zweite Familie für mich geworden.
J

 

 

 Ein großer Anziehungspunkt war auch Christobal ein ca. 180 großer schwarze Hannoveraner Wallach, an den ich schon nach recht kurzer Zeit mein Herz verloren hatte. 

Jedenfalls, als ich wusste ich brauche für meine Ausbildung zur Physiotherapeutin ein Pflegepraktikum, habe ich mich sofort an Inka gewendet und kann dieses jetzt am Klosterhof, in Form eines FSJs machen.

 

Der Klosterhof ist eine Einrichtung, die psychiatrisch erkrankten Menschen ein zu Hause bietet. Er besteht aus zwei Heimen, einmal dem Haus der Phantasie, die eine Resozialisierung als Ziel hat, und dem Haus der Elemente, ein Pflegebereich für Menschen mit Demenz oder psychiatrischen Erkrankungen.

Ich bin ausschließlich im Haus der Elemente auf der Pflegestation Luna. Zuerst habe ich, um die Bewohner besser kennen zu lernen, in der Beschäftigung und Therapie mitgearbeitet. 
Vormittags und Nachmittags findet täglich eine Gruppenaktion statt: Gedächtnistraining, Gesellschaftsspiele, Bewegungsgruppen, Backen und und und. (Besonders gefragt ist immer das Kino am Freitagnachmittag :D ).

Die Bewohner sind in Einzel oder Doppelzimmern untergebracht, die schon vollständig mit Bett Schrank und Nachtschrank eingerichtet sind. Jeder kann jedoch kleiner Möbelstücke wie einen Sessel oder Bücherboards mitbringen, um die Zimmer gemütlicher und persönlicher zu gestalten.

Eine Besonderheit des Klosterhofes ist der anliegende Dementengarten. Hier können sich die Bewohner frei an der frischen Luft bewegen, ohne dass eine Gefahr besteht, dass sie sich durch Hinlauftendenz oder andere Orientierungslosigkeit verlaufen. Im Dementengarten wird auch Gemüse angebaut. In Hochbeeten wachsen Gurken, Erbsen, Möhren und andere Lebensmittel die von den Bewohnern geerntet werden können. Strandkorb und andere Sitzmöglichkeiten machen den 

Garten gemütlich und bieten den Bewohnern Plätze sich in der Sonne auszuruhen.

 

Die Mahlzeiten (Frühstück, Mittag, Kaffee und Abendbrot) werden gemeinsam, wie in einer großen Familie, gemeinsam in den Stationsküchen zu sich genommen. Die etwas fitteren Bewohner essen zusammen im großen Speisesaal. 

Um die Gemeinschaft zwischen den Bewohnern zu stärken gibt es verschiedene Gruppenräume. Wie ein großes Wohnzimmer ist zum Beispiel die gute Stube. Es stehen ein Fernseher, Bücher und Gesellschaftsspiele zur Verfügung mit der sich die Bewohner auch selbstständig beschäftigen können. Des Weiteren gibt es zum Beispiel einen Bastelkeller, eine Töpferwerkstatt und einen Fitnessraum, die unter Beaufsichtigung genutzt werden können.
Auch hier finden Gruppenangebote statt: zum Beispiel werden gemeinsam mit den Bewohnern jahreszeitlich passende Dekorationen gebastelt.

In der guten Stube werden auch Gruppenangeboten. Fast jeder Morgen startet mit einer Zeitungsrunde, um den Bewohnern einen Einblick in das aktuelle Weltgeschehen zu geben. Diese Entwickelt sich oft weiter zu einem Gedächtnistraining. Erinnerungen von früher werden ausgetauscht und mit den heutigen Geschehnissen verglichen. Gerne wird auch spielerisch auf Sprichwörter eingegangen


In der Anfangszeit waren meine Aufgaben die Gruppen mit vorzubereiten und zu leiten. In der Mittagszeit wurde mit den Bewohnern die keine Mittagsruhe machen, Einzeltherapie gemacht. Ich bin dann meistens zu den bettlägerigen Bewohnern gegangen und habe ihnen Vorgelesen. Es war toll zu sehen wie viel Freude es den Bewohnern macht, altbekannte Geschichten, wie Brüder Grimms Märchen, zu hören und wie viele Emotionen durch die verknüpften Erinnerungen hervorgerufen werden können

Zum 01.04 bin ich dann offiziell in die Pflege gewechselt. Jetzt helfe ich mit bei der Grundpflege und beim Essen anreichen, manchmal habe ich auch Küchendienst. Der Küchendienst bezieht sich auf die Stationsküchen, morgens ist man dafür Verantwortlich das Frühstück zu machen und zu sehen, dass es den Bewohnern in der Küche gut geht und sie alles haben, was sie brauchen. Mittags holt man dann das Essen aus der Großküche und verteilt es an die Bewohner (großer Bonus: als FSJler oder Praktikant darf man selber auch mit Mittag essen und es schmeckt eigentlich immer sehr gut!).

Der Frühdienst beginnt um 6:45, dann ist als erstes Übergabe, dort wird man über alle wichtigen Geschehnisse der Nacht und des Vortages informiert. Danach geht es los mit der Grundpflege. Mir wurden vier Bewohner zugeteilt, denen ich beim Duschen oder waschen und Anziehen helfe. Auch das Betten machen und für grobe Ordnung im Zimmer sorgen gehört mit zu meinen Aufgaben. Wenn dann alle beim Frühstück sind schaut man wo man noch mit anpacken kann. Meist sind dann gegen 9:30 erst mal alle Aufgaben erledigt, dann machen wir unsere Frühstückspause

Das Kollegium ist sehr nett und ich wurde sofort in ihrer Gemeinschaft aufgenommen. Mir werden auch verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, wie zum Beispiel das verteilen von Medikamente an einzelne Bewohner. Mit der Zeit habe ich viele für die Pflege wichtige Dinge gelernt: wie lagere ich einen Bewohner richtig, wie setze ich ihn vom Bett in den Rollstuhl ohne mir dabei den Rücken kaputt zu machen oder dem Bewohner weh zu tun und und und…

Nach der Frühstückspause gehen wir eine Runde durch die Zimmer, um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Die bettlägerigen Bewohner werden gelagert und frisch gemacht.
Um 11:00 Uhr werden dann Medikamente verteilt und das Mittagessen vorbereitet. Langsam werden die Bewohner in die Küche gebracht, dass es um 11:30 Essen gibt.

 

Je nach Wunsch können sich die Bewohner danach zur Mittagsruhe hinlegen. Wir müssen dann noch die Dokumentation im Computer machen: was die Schicht über passiert ist, wie sich die Bewohner verhalten haben und ob es Auffälligkeiten gab. Um 13:00 ist dann wieder Übergabe, in der die Spätschicht informiert wird. Danach sieht man noch einmal nach jedem Bewohner und dann ist um 14:15 Feierabend. 

Ich fahre dann immer mit dem Fahrrad zurück zum Hof und je nachdem was anliegt helfe ich bei den Shettyrunden oder dem Unterricht mit den großen. Bei gutem Wetter habe ich auch öfters noch Ausritte geleitet. 

Liegt nicht so viel an, reite ich selber öfters im Unterricht mit. Vor Allem bei der Springstunde am Mittwoch bin ich gerne dabei. J Das reiten und der Kontakt zu den Pferden kommt auf jeden Fall trotz der Arbeit am Klosterhof nicht zu kurz!