Praktikumsbericht vom 01.03.17 bis 30.04.17 – Julia Städter 

Während meines Studiums im Bachelor Pferdewirtschaft absolvieren wir ein Praxissemester auf Betrieben. Da ich den Harz sehr mag, habe ich mich dort auf die Suche nach Reiterhöfen gemacht und bin durch Zufall im Internet auf den Sonnenhof gestoßen.

Ich habe mich dort beworben und habe die Zusage erhalten, im März und April 2017 einen Teil meines Praxissemesters dort zu arbeiten.

 

 

 

Einmal angekommen ist natürlich alles erstmal neu. Die neuen Mitarbeiter, die neuen Pferde und vor allem die vielen neuen Kinder. Da war es sehr hilfreich, dass alle Boxen, Halfter, Putz- und Sattelzeug eindeutig beschriftet sind, damit auch jeder Neuankömmling weiß, was zu welchem Pferd gehört. Für die Kinder, die noch nicht lesen können, hat jedes Pferd sein eigenes Symbol (Baum, Apfel, etc.). Und wenn man doch einmal etwas nicht wusste, konnte man jederzeit fragen. Zur Kinder und Pferdeeinteilung gibt es am Eingang des Stalles eine große Tafel, an der jeden Tag gesteckt wird, welches Kind welches Pferd für seine heutige Reitstunde bekommt. Diese Idee finde ich äußerst sinnvoll

Ich wurde sehr schnell im Team aufgenommen und durfte mich in vielen Bereichen ausprobieren.

Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten das Füttern der Pferde 6 Uhr früh und danach das Rausbringen auf die Koppel. Danach bin ich meist schon das erste Pferd geritten.

Da ich etwas mehr Pferdeerfahrung besitze, durfte ich mich vormittags auch um die Jungpferde kümmern, die gerade angeritten werden sollten. Dazu gehörten das tägliche Longieren, Spazierengehen oder Spazierenreiten. Da ich in einem anderen Praktikum die Longiertechnik „Equikinetic“ gelernt hatte, war die Chefin Frau Timmermann sehr offen für diese neue Methode und ich durfte sie auch bei ihren Pferden anwenden.

Am Montag ging es dann so ca. 10 Uhr meist zum Klosterhof mit einem der Shettys zur tiergestützten Pferdetherapie. An den anderen Tagen kamen Bewohner zum Klosterhof, um dort geführte Ausritte zu machen, bei denen ich meist mit dabei war.

Diese Erfahrung war für mich vollkommen neu und auch sehr interessant.

Ich bin froh darüber, dass ich einmal eine neue Art mit Pferden zu arbeiten, kennenlernen durfte.

 

Es ist spannend zu sehen, was Pferde bei einem Menschen für Emotionen auslösen und auch für Selbstbewusstsein aufbauen können. Und das allein durch ihre Anwesenheit.

Ab 14 Uhr war dann meist Reitunterricht. Es gibt den Reitunterricht für „ältere“ Kinder oder den „Shettyunterricht“. Beim Shettyunterricht sind Kinder ab 4 Jahren dabei. Dort habe ich geholfen die Ponies mit den Kindern vom Offenstall zu holen und sie fertig zu machen. Dann ging es meist raus zum Ausreiten, wobei ich die Ponies geführt habe. Und das querbeet durch den Wald. Dieses Auf und Ab über Stock und Stein schult die Balance der Kinder spielerisch, was ihnen super gefallen hat. Und nicht nur den Kindern gefällt diese Idee, auch ich kannte diese Art des Reitenlernens nicht und fand es klasse. Auf dem Sonnenhof gibt es aber auch einen extra kleinen Shetty-Reitplatz auf dem die Kinder selbstständiges Reiten lernen. Hier war es meine Aufgabe, die Reitstunden zu begleiten und auch zu leiten.

Die „älteren“ Kinder konnten ihre Pferde meist selbst fertig machen. Je nach Wetter wurde dann Unterricht auf dem Reitplatz oder in der Reithalle gegeben oder es ging raus ins Gelände.

 

Dabei durfte ich selbst Unterricht geben und auch die Ausritte führen.

 

Nachdem die Reitstunden beendet waren, wurde zusammen mit den Kindern das Heu nochmal aufgefüllt und das Kraftfutter und Mash an die Pferde verteilt.

Das war der normale Alltag. Hinzu kamen noch Sonderaufgaben oder die Ferienbetreuung zu Ostern oder der Reitabzeichenlehrgang.

Manchmal meldeten sich Gastreiter für einen Ausritt an. Die Umgebung bietet hierfür genügend wunderschöne Wege und ich war immer froh, wenn ich diese Ausritte leiten durfte.

Als Sonderaufgabe erhielt ich den Auftrag, zusammen mit einer anderen Praktikantin einen Vortrag zu erarbeiten über das Thema „Reittherapie auf dem Sonnenhof“, den wir dann auf dem Klosterhof den Bewohnern vorstellten.

In den Osterferien waren täglich von 8 – 14 Uhr Kinder auf dem Hof. Mit denen sind wir dann täglich ausgeritten oder haben Spiele gespielt.

Den Reitabzeichenlehrgang habe ich auch mit betreut und durfte die ganz kleinen „Schüler“ auf das Abzeichen 10 vorbereiten, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

 

Was mir während meiner Wochen positiv aufgefallen ist, dass sich viele Gedanken um die optimale Versorgung und Haltung der Pferde gemacht wird. Täglich kommen sie auf einen großzügigen Auslauf mit genügend Heu und Wasser. Kein Pferd wird in den Reitstunden übermäßig genutzt und bekommt immer mal einen Tag frei. Das Kraftfutter wird optimal auf jedes Pferd individuell von Frau Timmermann zusammengestellt. Wenn es einmal zwickt oder die Pferde verspannt sind, wird der Physiotherapeut oder Chiropraktiker gerufen. Es wird mit Massage- und Magnetfelddecken gearbeitet. So geht es den Pferden rundum gut.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es nie langweilig wurde und ich viele Aufgaben früh selbstständig erledigen durfte. Mir wurden viele Freiheiten gegeben um mich auszuprobieren und wenn ich einmal nicht weiter wusste, war immer jemand da der mir geholfen hat.

Ich konnte mich menschlich und reiterlich weiterentwickeln, wofür ich sehr dankbar bin.

 

Liebe Grüße euer Julia