Praktikumsbericht 25.07-23.09.2016

Reiterparadies Sonnenhof Clausthal-Zellerfeld (Harz)

-Von Katharina Bodmann-

 

Durch Zufall bin ich im Internet auf den Sonnenhof gestoßen und habe mich schnell dazu ent­schlossen, dort nach dem Abi ein Praktikum zur Berufsorientierung zu machen. Geplant waren 6 Wochen von Ende Juli bis Anfang September, letztendlich konnte mich aber keiner davon abhalten noch bis Ende September auf 9 Wochen zu verlängern.

Zuerst war ich etwas unsicher wie ich mich in das super eingespielte Team einfinden sollte, schnell habe ich aber gemerkt, dass jeder so akzeptiert wird und willkommen ist, wie er ist.

In meiner ersten Woche ging es noch drunter und drüber in einer vollen bunten Woche mit Kinderbetreuung. Doch auch hier wurde schnell klar Spaß muss sein, aber das Wohl des Pferdes steht immer im Mittelpunkt.

Um dieses zu ermöglichen, haben die Pferde alle einen eigenen gut passenden Sattel, eigenes Putzzeug, Decken und alles weitere Grundzubehör. Zusätzlich hat jedes Pferd seine eigene Futterzusammenstellung. Klingt erst mal nicht so besonders, aber Inka benutzt sehr viele ho­möopathische Mittel, Schüssler-Salze und diverse anderen Mittelchen, um die optimale Ver­sorgung jedes einzelnen Pferdes zu garantieren.

 

Damit die Ausrüstung der Pferde von allen Reitern (auch solchen die nicht lesen können) ein­deutig zugeordnet werden kann, hat jedes Großpferd sein eigenes Bild (z.B. Vicky hat eine Vase, Salim eine Sonne…) und jedes Pony seine eigene Farbe (nicht nur Halfter und Putz­zeug, auch Sättel, Trensen und Gurte gibt es in rot, blau, grün…).

 

Eine weitere ausgefallene Sache mit der auf dem Sonnenhof gearbeitet wird, sind Akkupunkturaufkleber. Kleine weiße „Pflaster“, die an be­stimmten Stellen aufgeklebt werden und sowohl auf das Verhalten, als auch auf das körperliche Wohlbefinden Ein­fluss haben. 

 

Sind die Pferde einmal verspannt oder haben besonders hart gearbeitet, wird ihnen eine Massagedecke aufgelegt, die ca. 20 Minuten lang die Muskeln durch Vibrieren und Wärme lockert. 


So, jetzt erstmal zu dem was ich hier überhaupt gemacht habe: Ich war immer von Montag bis Freitag auf dem Hof, am Wochenende bin ich nach Hause, nach Göttingen, gefahren. Solange wie ich dort war, habe ich im Delfinzimmer gewohnt.

Wie oben schon erwähnt war in meiner ersten Woche noch Ferien­betreuung. Wir (also alle Betreuer, Jenni, Inka, Robert und ich) haben versucht, den Kindern den richtigen Umgang mit dem Pferd zu vermitteln und ihnen möglichst viel beizubringen. Dazu gehörten Theorieeinheiten von Putzen über Sattelbenennung bis zu Hufschlag­figuren und natürlich auch das Reiten selber. Meistens bin ich mit den Kindern auf geführten Ausritten gewesen oder habe Unterricht im Round-Pan gemacht.

In meiner zweiten Woche waren wir auf einem Shetty-Wanderritt, das heißt, die Kinder sind auf den Shettys geritten und Jenni, Gabriele und ich sind mit Packpony nebenher gelaufen. Super hilfreich waren hier die Maulkörbe, die die Ponys tragen mussten, so konnte selbst das hungrigste Pony von seinem kleinen Reiter an den saftigen Wiesen vorbei geritten werden.


Der Ritt hat etwa 8 Stunden gedauert und viel Spaß gemacht, auch wenn es echt anstrengend war. Den Rest der Woche hatte der Hof sozusagen Urlaub, so dass ich zusätzlich drei Tage im Klosterhof ein Kurzpraktikum machen konnte.



Ab der dritten Woche ging dann der „normale“ Alltag los. Jeden Morgen um 7:00 durfte ich Reiten. Montags sind wir danach mit der kleinen Shettystute Mala zur tiergestützten Therapie zum Klosterhof gefahren. Meine absoluten Wochenhighlights: mit Mala Aufzug in die 1. Etage zu fahren, um auch dort die Bewohner in ihren Zimmern zu besuchen.
An den anderen Tagen kamen vormittags Bewohner des Klosterhofes zu uns auf den Hof zur Reittherapie. Entweder haben wir geführte Ausritte gemacht oder im Round-Pan gearbeitet. Auch ich durfte ein paar Mal die Stunden im Round-Pan geben. Waren die Pferde versorgt, fielen immer irgendwelche kleineren Arbeiten an: Stall auf­räumen, Platz harken (das erspart einem de­finitiv den Besuch im Fitnessstudio!) oder auch kreative Dinge, wie Fotowände erstel­len oder Namensschilder gestalten. Zwischendurch gab es immer noch ein leckeres Frühstück, welches wir alle gemeinsam vor dem Stall gegessen haben. Gegen 12:00 war dann Mittags­pause.

 

Die Nachmittage waren immer etwas voller. Ab 14:00 Pferde reinholen. Hier kommt eine meiner Meinung nach sehr sinnvolle Regel ins Spiel: Sobald das Pferd in den Stall kommt: „Decke über die Nieren!“. 


Zu meinen Aufgaben gehörte u.a. die Pferde für den Unterricht fertig zu machen. Je nachdem was dann an­lag, bin ich entweder mit auf den Reitplatz gekommen, um bei der Stunde zu helfen oder ich habe mit den ganz Kleinen die Shettys fertig gemacht, um mit ihnen eine Runde durch den Wald zu drehen. Manchmal habe ich auch eine Stunde im Round-Pan gegeben. Regelmäßig gab es auch Ausritte am Nachmittag. Je nach Stärke der Reiter wurden sie zu Fuß oder (bequemer) von mir auf dem Pferderücken begleitet.

Nach dem Reiten habe ich die Reiter unterstützt, die Pferde zu versorgen. Waren alle Pferde abgesattelt und die Hufe ausgekratzt, bekamen alle gemeinsam Futter und durften nach dem Fressen wieder auf die Wiese.

Dann mussten nur noch die Boxen abgeäppelt und Heu aufgefüllt werden. War der Stall wie­der ordentlich und alle Kinder verschwunden, stand meistens auch schon fast das Abendbrot auf dem Tisch. Jeden Tag hat jemand anderes gekocht, ich war auch ein paar Mal an der Reihe.

Nach dem Essen ging es meistens nur noch schnell duschen und dann ins Bett, um am nächs­ten Tag wieder pünktlich und ausgeschlafen im Stall zu sein. 


Das ist ein normaler Tagesablauf gewesen, es gab aber auch Tage, an denen wir besondere Dinge gemacht haben. War es heiß, sind wir mit den Pferden abends noch zum Schwimmen zum Teich ge­ritten. Die flotten Ausritte mit dem Team durch die schöne Harzlandschaft waren auch außergewöhnlich. Sehr viel Spaß hat das Shetty-Festival in Bad Harzburg gemacht! Für jeden kleinen Pferdefan absolut zu empfehlen. 

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich sehr von dem Praktikum profitiert habe. Im Laufe des Praktikums habe ich mich immer mehr als Teammitglied gefühlt und mir wurden eigenverantwortlich Aufgaben übertragen. Ich habe viel über den Umgang mit Mensch und Tier gelernt und konnte gute Einblicke in die Struktur des Sonnenhofes und seiner besonderen Philosophie gewinnen. Die Wertschätzung von jedem einzelnen Menschen und auch jedem Tier soll immer im Vordergrund stehen.

DANKE!!!

 


Katta